Machu Picchu

Die sagenumwobene Inkastadt auf 2400 m Höhe, die erst zu Beginn des 20. Jhs. entdeckt wurde, gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Südamerikas. Jährlich strömen Hunderttausende auf den Bergrücken oberhalb des Río Urubamba. Doch es ist nicht nur die grandiose Lage der Ruinen inmitten steil aufragender Berggipfel und üppiger Vegetation und die herausragende  Bedeutung als archäologische Stätte, die die Zerstörung durch die Spanier entging, die Machu Picchu (Quechua für “alter Gipfel”) weltberühmt machten.

Hinzu kommt eine abwechslungsreiche Fauna und Flora, die sich auf der regenreichen Andenostseite besonders artenreich entwickelt hat. Daher gründete die peruanische Regierung 1981 das Sanutario Histórico Machu Picchu, das die archäologische Stätte und den gesamten Inkatrail auf Höhen zwischen 1800 und 3800 m umfasst. Die seltene Kombination aus natürlicher Schönheit und kultureller Einzigartigkeit veranlasste die UNESCO 1983 das Schutzgebiet zum Weltkulturerbe der Menschheit zu erklären. Auch heute, mehr als 90 Jahre nach der Entdeckung Machu Picchus, wissen wir trotz modernster Forschungsmethoden nicht genau, welchem Zweck die Stadt diente, wer hier wohnte und wann die Besucher sie verliessen. Aber vielleicht ist gerade dies eines der Erfolgsgeheimnisse des mystischen Ortes, der alle seine Besucher in den Bann zieht.

Die Tatsache, dass die Spanier nie von der Existenz Machu Picchus erfuhren, ist weniger auf ein erfolgreiches Konzept der Geheimhaltung zurückzuführen, als auf den Umstand, dass die Stadt aller Wahrscheinlichkeit nach bereits vor den Ankunft der Invasoren verlassen worden war. Gestützt wird diese These durch die Art geschichtlichen Überlieferung unter den Inkas. Sie erfolgte mündlich durch speziell ausgebildete Chronisten. Sie gaben allerdings nur die offiziellen Versionen weiter und liessen unangenehme Details einfach weg. Rebellierten zum Beispiel die Bewohner einer Region gegen die Inkaherrschaft, wurden sie bestraft und in Extremfällen ausgelöscht, eine weitere Erwähnung in der mündlichen Überlieferung erübrigte sich damit.

Könnte dies das Schicksal von Machu Picchu gewesen sein? Dies ist nur eine von zahlreichen Theorien, nach denen die Stätte Zufluchtort der Sonnenjungfrauen, Landresidenz der Herrscher, ein religiöses und astronomisches Zentrum für die Gelehrten oder gar eine Festung zum Schutz gegen Angriffe wilder Stämme aus dem Amazonasbecken war. Wissenschaftlich ist keine dieser Theorien abgesichert. Fest steht, dass Machu Picchu eine bedeutendes heiliges Zentrum der Inkas war, das an einer strategisch wichtigen Stelle versteckt erbaut wurde. Seine Bewohner konnten dank der Terrassenfelder und einer gesicherten Wasserversorgung autark überleben. Gesichert ist auch, dass die Stadt, als sie verlassen wurde, noch nicht fertig ausgebaut war.

Nur wenige indianische Bauern kannten die genaue Lage von Machu Picchu, sodass Geschichtsprofessor Hiram Bingham (1875-1956)  im Jahr 1911 eher zufällig auf die Ruinen stiess. 1912 kehrte Bingham in der vom  Dschungel überwucherten Inkastadt zurück und begann  sie bis 1915 teilweise freizulegen. Doch die üppig wuchernde Vegetation hatte die Stadt bereits sieben Jahre später zurückerobert. Je eine archäologische Expedition in den 30er und 40er-Jahren legte die Ruinen erneut frei und unternahm weitere Ausgrabungen. Vorallem in den 80er-Jahren machte man weitere Entdeckungen im Schutzgebiet. Es ist anzunehmen, dass noch weitere Bauwerke der Inkas und ihrer Vorfahren unter der dichten Vegetationsdecke verborgen liegen.

 

http://explorer360.org/peru/cusco/machu-picchu.html

 

Die Besucherzahl ist momentan auf 2500 Personen täglich begrenzt (UNESCO-Auflage).