Geschichte Montenegro

Vor- und Frühgeschichte und Illyrer

Funde belegen die Besiedlung der Küstenregionen Montenegros sowie grosser Talschaften seit der Altsteinzeit. Ab der frühen Bronzezeit (ca. 2000 v. Chr.) leben an der östlichen Adriaküste Illyrer. Deren Stammesorganisation entwickelt sich nach dem Kontakt mit den Griechen (Gründung von Risan vermutlich im 5. Jh. v. Chr.) zu einem Staat.

 

Römische Herrschaft

229/228 v. Chr. In die Kriege gegen illyrische Piraten wird auch das Königreich der Teuta einbezogen, das Tribut an das Römische Reich zahlt.

ab 168 v. Chr. Die gesamte östliche Adriaküste steht unter römischer Oberhoheit.

6 n. Chr. Schaffung der römischen Provinz Illyricum

ab 2. Jh. n. Chr. Die neue Provinz Dalmatia umfasst auch das heutige Montenegro.

395 Reichsteilung, der Raum des heutigen Monenegro wir Teil des Oströmischen, später des Byzantinischen Reiches.

 

Byzanz, Slawische Landnahme und der erste montenegrinische Staat

6./7. Jh. Landnahme der Slawen auf der Balkanhalbinsel, als letzte slawische Völker wandern die Kroaten und Serben ein, endgültige Sesshaftigkeit etwa zwischen 600 und 626.

9.-11.Jh. Chrstianisierung unter den “Slawenaposteln” Kyrill und Method. Serbische Stämme bilden im 9. Jh. in der Raska (Sandschak) und in der Zeta (Montenegro) unabhängige Fürstentümer, die im 10./11.Jh. unter bulgarischen und später unter byzantinischen Einfluss kommen. Zeta reicht bis zum Skadarsee, wo sich der Herrschersitz befindet.

Um 1000 beginnt Venedig seinen Einflussbereich an der östliche Adria auszubauen, erste Flottenexpeditionen.

 

Serbischer Nemanjiden-Staat

ab 1166 Zusammenfassung der serbischen Fürstentümer unter Stefan aus dem Hause Nemanja, einer binnenserbischen Dynastie. Zeta (Monenegro) wird Teil des serbischen Reiches.

1217 Königreich Serbien

1282-1321 König Stefan verlegt seinen Hauptsitz nach Skopje, Montenengro ist nur noch Randprovinz des serbischen Reiches.

 

Crnojevic-Dynastie und türkische Eroberung

1389 Niederlage der Serben gegen die Osmanen auf dem Amselfeld. Danach schrittweise Eroberung Serbiens durch das Osmanische Reich.

Um 1479 Die Türken, die schon1455 einen Grossteil des Reiches (und 1463 Bosnien, 1465 Herzegowina) erobert hatten, besetzten die gesamte Tiefebene um den Skadarsee. Zeta-Fürst Ivan Crnojevic, der flüchten konnte, verliert seinen Hauptsitz Zabljak, der neue Herrschersitz liegt im Polje von Cetinje. Ivan Crnojevic kann die direkte türkische Herrschaft verhindern, indem er als Vasall Tribute zahlt.

1496 Ivan Crnojevic’s Nachfolger muss ins Exil gehen, der türkische Bey von Shkodër gliedert den Besitz der Crnojevic seinem Sandschak ein.

 

Türkenherrschaft

17. Jh. Immer wieder kommt es zu Aufständen gegen die türkische Herrschaft von Seiten der Montenegriner, die sich der Besteuerung entziehen und interne Autonomie bewahren können.

ab 1684 Venezianer vertreiben die türkische Besatzung in den meisten Küstenorten Montenegros. Gleichzeitig dringen österreichische Truppen unter Prinz Eugen nach Serbien vor.

ab 1699 Venedig erhält im Frieden von Karlowitz den Grossteil des heutigen montenegrinischen Küstengebietes.

 

Petrovic-Bischöfe

1701 Der Bischof und Landesfürst Vladika Danilo Petrovic (1670 – 1735) gründet das jetzige Kloster Cetinje. Er steht auch hinter der brutalen Ausrottung der “Türken”, zum Islam übergetretenen Montenegriner (1702).

1797 Freiden von Campoformio.Venedig und Dalmatien (bis Budva) werden zuerst französisch, dann östereichisch.

1815 Dalmatien (bis Budva) wird im Wiener Kongress als Teil des Kaisertums Österreich bestätigt.

1831 Petar II. Njegos tritt das Amt als Bischof und Landesfürst von Montenegro an (bis1851). Sein Werk über den Türkenkampf von Montenegto, “Der Bergkranz” wird zum Nationalepos Montenegros.

 

Fürstentum und Königreich Montenegro

1852 Fürstentum Montenegro

1878 Bestätigung der Unabhängigkeit Montenegros und Serbiens auf dem Berliner Kongress

1908 Österreich annektiert Bosnien-Herzegowina

1912 Im ersten Balkankrieg kämpfen Serbien, Montenegro, Griechenland und Bulgarien gegen die Türkei

1913 im zweiten Balkankrieg steht Serbien gegen Bulgarien,  Griechenland und Rumänien, Montenegro bleibt offiziell neutral.

1914-18 Erster Weltkrieg, Montenegro schliesst sich Serbien gegen den Dreibund an und wird von österreich-ungarischen Truppen besetzt.

 

Montenegro als Teil des ersten Südslawenstaates

1918 Proklamation des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen (SHS) in Belgrad. Montenegro wird übergangen, ein Aufstand 1919 wird von serbischen Truppen niedergeschlagen

1929 Königsdiktatur im SHS, das in Königreich Jugoslawien umbenannt wird.

 

Zweiter Weltkrieg und Volksrepublik Jugoslawien

1941 Dem erzwungenen Beitritt Jugoslawiens zu den Achsenmächte folgen Militärputsch und Kriegserklärung, im Blitzkrieg wird Jugoslawien von deutschen Truppen besetzt. Beginn des Partisanenkrieges unter der Führung von Josip Tito

1948 Konflikt zwischen Moskau und Belgrad, Jugoslawien wird aus dem sowjettreuen Bündnis Kominform ausgeschlossen: Jugoslawien geht einen eigenen Weg (“Blockfreie Staaten”).

1980 Tod Präsident Titos.

 

Bürgerkrieg und Nato-Blockade

1991 Unabhängigkeitserklärung Sloweniens und Kroatiens, Beginn des jugoslawischen Bürgerkrieges.

1992 Anerkennung Sloweniens und Kroatiens durch die EU, Unabhängigkeitserklärung Bosniens-Herzegowinas, Anerkennung durch die EU. Der Bürgerkrieg weitet sich aus.

1999 Kosovo-Konflikt, Massenflucht der Albaner aus dem Kosovo, Luftangriffe der NATO auf Serbien, erste Spannungen zwischen Serbien unter Milosevic und Montenegro unter dem 1997 gewählten Präsidenten Milo Dukanovic.

 

Die Gegenwart

2000/01 Dukoanovic schlägt einen gegen Serbien gerichteten pro-westlichen Kurs ein. So wird zunächst die D-Mark, später der Euro eingeführt.

2003 Gründung des Staatenbundes Serbien.Montenegro (SCG) auf Druck der EU, um eine weitere Zersplitterung des Balkans zu vermeiden. Montenegro erhält die Option eines Unabhängigkeitsreferendums.

2006 55% der Einwohner stimmen für die Eigenstaatlichkeit, Montenegro erklärt sich offiziell für unabhängig. Serbien erkennt die Trennung de facto an. Zeljko Sturanovic wird neuer Premierminister.

2007 wird vom Parlament die neue Verfassung angenommen – ohne Teilnahme der pro-serbischen Opposition

2010 bestätigt die EU den offiziellen Kandidatenstatus Montenegros

2012 Montenegro erlebt eine Schneekatastrophe (mit Ausrufung des nationalen Notstandes), die mit Hilfe der NATO bewältigt wird.

 

Zusammengefasst aus Dumont Reiseführer “Montenegro”

 

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