20. Tag: Titicacasee, touristisch

20. Okt. 2014

Heute geht es zum “Inselhüpfen” auf den Titicacasee. Wir werden in den nächsten zwei Tagen drei Inseln (Uros, Amantani und Taquile) besuchen und auf Amantani übernachten.

 

Text: Der Titicaca- See

 

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Das Boot bringt uns zuerst zu den Uros Inseln

 

 

 

Die Uros-Inseln sind schwimmende Schilfinseln. Als die Spanier vor 500 Jahren in das Gebiet von Puno eindrangen, flohen die ursprünglichen Landbewohner auf den See und bauten diese Inseln. Es gibt noch 87 Inseln auf denen ca. 1200 Menschen in 300 Familien leben. Die Bewohner leben vom Fischfang, der Jagd und heute hauptsächlich vom Tourismus.

 

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Empfangskomitee

 

 

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Unser Führer Hernan erklärt den Aufbau der Inseln. Es werden zuerst als Basis Wurzel- /Torfstücke ausgestochen und dann zusammengebunden. Darauf werden kreuzweise Schilfstücke gelegt bis eine meterdicke Schicht entsteht. Auf diese Schicht werden nun die Häuser gebaut. So eine Insel hält bis 50 Jahre

 

 

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Das ist der Bürgermeister, an seiner farbigen Mütze als Autoritätsperson zu erkennen

 

 

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Schilfhäuser

 

 

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Küche

 

 

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Nach der Vorführung stehen wir noch ein bisschen herum, fötelen und versuchen uns nichts andrehen zu lassen

 

 

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Jetzt werden wir zu einer Nachbarsschilfinsel chauffiert

 

 

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Wir werden gebührend verabschiedet

 

 

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Der Chef selbst legt Hand an

 

 

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Von der zweiten Insel gibt es nichts Interessantes zu berichten

 

Es geht nun weiter zur Insel Amantani

 

Amantani Island ist keine Schilfinsel

 

 

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Wir werden bei der fünfköpfigen Familie Walter einquartiert. Sie besteht aus der Mutter Wilma, dem Vater Walter und den Kindern Jefferson, Lucie und Fernando. Die Familie lebt zum grossen Teil von den Besuchern (Touristen) die auf die Insel kommen. Walter hat dazu extra diesen Anbau gebaut um die Besucher unterzubringen

 

In der Familie wird Quechua, eine indigene Sprache, gesprochen. Erst in der Schule lernen die Kinder kastallanisch (spanisch). Ältere Menschen sprechen oft kein spanisch

 

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Von dem angekündigten fehlenden Komfort (kein fliessendes Wasser, keinen Strom, keine richtige Toilette –> alles nur “Basic”) ist nichts zu sehen. Wir sind fast enttäuscht

 

 

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Es gibt Solarstrom und Solarwarmwasser, ein richtiges Badezimmer…

 

 

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… und das Essen ist auch nicht ohne. Es gibt zum Lunch Quinoa-Suppe…

 

 

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.. und Omelette, Salat, Kartoffeln und Oka, ein kartoffelähnliches Wurzelgemüse

 

 

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Fernando, der Jüngste

 

Am Nachmittag steigen wir auf den höchsten Punkt der Insel

 

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Die Bewohner leben neben dem Tourismus hauptsächlich von der Landwirtschaft. Es werden Kartoffeln, Mais, Bohnen und Quinoa angebaut. Es gibt auch ein paar Schafe, aber keine Lamas oder Alpakas, da die Weideflächen zu klein sind

 

 

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Landwirtschaft wird auf Terrassen, die schon seit vielen Hunderten von Jahren bestehen, betrieben. Wegen der Höhe von 4000 m brauchen die Kartoffeln 6 Monate zum Reifen

 

 

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Auf der einen Bergspitze befindet sich das Heiligtum der Pachamama, Mutter Erde

 

 

 

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Pilgerweg zum Heiligtum

 

 

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Das Heiligtum Pachamama

 

 

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Das Innere besteht hauptsächlich aus einer Feuerstelle. Hier werden einmal im Jahr durch den Schamanen u. a. Lamaföten und Alpakawolle verbrannt. Die Höhe des Feuers sagt aus, wie das nächste Jahr werden wird

 

 

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Aussicht von diesem magischen Ort

 

 

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Auf der anderen Bergspitze liegt das Heiligtum Pachatata, Vater Sonne. Touristenpilger zum Heiligtum

 

 

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Am anderen Morgen verabschieden wir uns von unseren Gastgebern Wilma und Walter. Wir fahren weiter zur Insel Taquile

 

 

 

3 Comments on “20. Tag: Titicacasee, touristisch

  1. Ich kann nur staunen, auf welch kreative Ideen Menschen kommen wenn es um das Überleben geht. Noch nie habe ich von selbstgebastelten Inseln gehört die sich bewohnen lassen. Ich hätte es wohl nicht geglaubt. Wobei,
    ich nehme an, der Komfort ist auf diesen Inseln wirklich “Basic”, keine Heizung, kein Warmwasser, keine WC
    und doch leben die Leute hier. Bin sehr neugierig darauf, mehr darüber zu hören. Und das auf 4000 M. Höhe.
    Das wird doch furchtbar kalt, stell ich mir vor. Oder verlassen die Menschen die Inseln wenn der Winter kommt?
    Übrigens, wir verbrennen unseren Böögg und lesen die Qualität des kommenden Sommers aus dem Verlauf
    des Brandes – gar nicht so viel anders als diese Feier im Heiligtum von Pachamama. Mutter Erde und Vater
    Sonne, auch das gefällt mir sehr gut. Gibt es hier auch eine “Gender” Frage?

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